Überblick: Referentenentwurf des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz über ein Gesetz zum Neustart der Digitalisierung (GNDEW)

Fachbeiträge

08. Dezember 2022

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Mit dem Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende (GNDEW) will das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz den Ausbau der intelligenten Messsysteme (iMSys) deutlich beschleunigen. Business Development Manager Ingo Stracke hat den Entwurf, der am 29. November 2022 veröffentlicht wurde, betrachtet. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen die aus QUNDIS Sicht wichtigsten Änderungen und Neuerungen für die Messdienstleisterbranche auf.

Bereits im Oktober 2022 hatte Bundeswirtschaftsminister Habeck einen Neustart für den Rollout vom Smart Meter Gateway (SMGW) in Aussicht gestellt – mit einem umfassenden Maßnahmenpaket, das Hürden beseitigen soll und damit zu Vereinfachungen für die gesamte Energiebranche führt. Entstanden ist ein Referentenentwurf des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) über ein Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende (GNDEW), der am 29. November 2022 veröffentlicht wurde.

Mehr Tempo beim Ausbau von intelligenten Messsystemen 

Direkt zu Beginn wird im Referentenentwurf das primäre Ziel des GNDEW formuliert: Der Rollout intelligenter Messsysteme (iMSys) soll auf die für die Energiewende notwendige Geschwindigkeit beschleunigt werden. Durch eine Entbürokratisierung von Verfahren rund um den Rollout sowie die Stärkung der Rechtssicherheit soll die Digitalisierung der Netze im Kontext der Energiewende forciert werden.

Smart Meter Gateway als sichere Kommunikationsplattform

Das Smart Meter Gateway spielt dem Referentenentwurf nach weiterhin eine wesentliche Rolle. Denn im GNDEW definiert der Gesetzgeber das SMGW jetzt nochmal eindeutig als zentrale Kernkomponente bei der Digitalisierung der Energiewende. Das SMGW wird vom BMWK damit als sichere Kommunikationsplattform im Hinblick auf den Datenschutz sowie der Daten- und Cybersicherheit bestätigt und festigt damit konsistent seinen zentralen Stellenwert als Herzstück bei der Transformation zum intelligenten Netz – der Digitalisierung der Energiewende.

Die Zeichen stehen scheinbar auf einen Full-Rollout in 2030

Mit dem im Entwurf des GNDEW gesetzlich verankerten Rollout-Fahrplan fokussiert das BMWK eindeutig das Rollout-Zieldatum 2030. Zu diesem Zeitpunkt sollen den Plänen des BMWK nach bis zu 95% der auszustattenden Messstellen zu intelligenten Messsystemen umgerüstet werden. Damit kann praktisch von einem nahezu flächendeckenden Rollout gesprochen werden.

Um die Rollout-Beschleunigung zu erhöhen, verfolgt das BMWK mit dem Gesetzentwurf verschiedene Ansätze und nimmt dazu in einigen Teilbereichen des derzeit gültigen Messstellenbetriebsgesetzes (MsbG) aus 2016 Anpassungen vor. Zum einen werden neue Montage-Konzepte ermöglicht. Das Stichwort ist hier die sogenannte 1:n Fähigkeit. Das bedeutet, dass mehrere moderne Messeinrichtungen (mME) an einem SMGW betrieben werden können. Auch eine flexiblere Platzierung der SMGW – z.B. in Netzknoten der Netzbetreiber – soll nach dem GNDEW möglich werden. Zum anderen soll es dem Entwurf nach eine Vereinfachung der Prozesse rund um die Sichere Lieferkette (SilKe) geben. So soll zukünftig auch der Postversand der SMGW möglich sein – also der Versand der Geräte per Post bis hin zum Monteur vor Ort.

Kostensplittung bei der Preisobergrenze

Nicht zuletzt soll auch ein Kostensplitting der Preisobergrenze (POG) für einen schnelleren Ausbau sorgen. Das BMWK entlastet nach dem Entwurf die iMSys-Kosten für den Anschlussnutzer deutlich; gleichzeitig will das BMWK hingegen zukünftig den Anschlussnetzbetreiber angemessen beteiligen. Für private Haushalte und Kleingewerbe sollten sich die Kosten für ein iMSys somit voraussichtlich reduzieren.

Bündelangebote und SMGW-Anbindung nach der Heizkostenverordnung

Für die Messdienstbranche ergeben sich aus dem Entwurf des GNDEW weitere Neuerungen. Durch die formulierte Anpassung im §6 Messtellenbetriebsgesetz (MsbG) kommt es z.B. zu der Klarstellung, dass beim Zustandekommen eines wettbewerblichen Bündelgebots i.S.d. §6 (1) MsbG – bei dem die Heizwärme Teil des Spartenbündelung ist – in Zukunft beim Kostenvergleich nun eindeutig auch die Abrechnungsdienstleistung enthalten sein soll.

Darüber hinaus gibt das GNDEW jetzt auch an einer anderen Stelle eine klare Richtung vor – die Anbindung von Submetering-Systemen an das SMGW. Konkret wird mit der Beschreibung der neuen Zusatzleistung

„…die Übermittlung von abrechnungsrelevanten Messdaten aus dem Submetering-System der Liegenschaft nach der Heizkostenverordnung über das Smart-Meter-Gateway…“

das BSI-konformes Submetering als Zukunftslösung noch wahrscheinlicher.

Denn das BMWK verweist im Referentenentwurf auch auf das mit dem BSI gemeinsam veröffentlichte Stufenmodell und die darin beschriebenen energiewirtschaftlichen Anwendungsfälle. Für mehr Transparenz bei den Kosten für Zusatzleistungen sorgt zudem ein fester Prozentsatz, der an die Preisobergrenze (POG) angelehnt sein soll.

Fazit

QUNDIS versteht sich gemeinsam mit Messdienstleistern als wichtige Akteure der Energiewende und unterstützt daher bereits seit Jahren mit seinem Engagement zum BSI-konformen Submetering den Rollout maßgeblich. Die Anbindung der QUNDIS Systemlösungen an das SMGW steht seit längerem im Fokus und wird im Feld bereits erfolgreich umgesetzt.

Die QUNDIS Systemlösungen sind daher schon heute weitestgehend auf die zukünftigen, gesetzlichen Anforderungen vorbereitet und lassen sich meist schnell in die Prozesse unserer Messdienstleisterkunden implementieren. Das GNDEW kann nach dem derzeitigen Kenntnisstand damit für unsere Kunden als neue Chance gesehen werden – mit dem SMGW als zentrale Kommunikationsplattform für das Submetering.

Nutzen Sie gern unsere Schulungsangebote und steigen Sie auf das BSI-konformes Submetering gemäß der Heizkostenverordnung und dem voraussichtlich neuen GNDEW um.

QUNDIS steht Ihnen als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung.

Nach zwei Jahren virtueller Roadshow konnte QUNDIS am 2. Juni seine Kunden und Geschäftspartner nun wieder vor Ort in Erfurt begrüßen. Rund 120 Gäste sind der Einladung gefolgt und haben einen Einblick in aktuelle Produkt- und Marktthemen erhalten. Von Neuigkeiten bei der Messgerätetechnik bis hin zu Updates bei Softwarelösungen und regulatorischen Anforderungen bot das Programm einen umfangreichen Einblick in aktuelle Themen und Neuerungen.

Eine besondere Zeit sei es, in der wir leben, erklärte QUNDIS-Geschäftsführer Volker Eck bei seiner Eröffnungsansprache der Roadshow 2022 in Erfurt. „Wir dachten, wenn Corona durch ist, dann geht es weiter wie bisher“, so Volker Eck. Dann kam der Krieg in der Ukraine. Die Chipkrise hätte sich verschärft und Anfang des Jahres die Branche „voll getroffen“, ergänzt Geschäftsführer Jörg Hattenbach. Verschiebungen in den Lieferzeiten und höhere Beschaffungskosten seien die Folge gewesen. Aber: „Wir kommen zurück zu einer normalen Versorgung“, sagt Jörg Hattenbach. Und Volker Eck beschließt die Eröffnungsrede mit den Worten, man wolle nun mit Optimismus nach „vorne gucken“.

TIPP

Die Video-Aufzeichnung der Roadshow finden Sie in der virtuellen QUNDIS Welt. Der Zugang ist ab sofort ohne Passwort möglich. Einzig für den „Zutritt“ zur Mediathek benötigen Sie Ihre E-Mail Adresse und das Passwort QUNDISwelt. Hierfür bitte direkt auf „Oder loggen Sie sich ein“ klicken.

„Maßnahmen, die funktionieren“ – wie QUNDIS sich in Zeiten des
Rohstoffmangels positioniert

Das Thema Rohstoffmangel und Chipkrise wurde auch von Vertriebsleiter Björn Pressler aufgegriffen. Die global gestörten Lieferketten gehörten zu den Problemen, die QUNDIS nicht selbst lösen kann. Aber: „Wir haben Maßnahmen ergriffen, um dem entgegenzuwirken“, so der Vertriebsleiter. „Und unsere Erfahrungen zeigen: Es sind Maßnahmen, die funktionieren.“ So habe man etwa andere Lieferanten miteinbezogen oder etwa beim Wärmemengenzähler die Produktion so umgestellt, dass QUNDIS zu einem hohen Grad selbst fertigt und erst am Ende im Sinne des Auftraggebers das Produkt finalisiert. Das Resultat seien verringerte Reaktionszeiten. Beim elektronischen Wasserzähler hätte es QUNDIS sogar geschafft, dank eines in Betrieb genommenen vierten Prüfstandes „im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 30 % mehr zu produzieren“, sagte Pressler bei der Roadshow. Damit könne man kurzfristiger und besser auf Peaks reagieren. „Wir können mehr Geschwindigkeit in das Thema bringen“, so das Fazit des Vertriebsleiters. „Es zeigt, dass wir uns Gedanken gemacht und Themen auch umgesetzt haben.“

QUNDIS positioniert sich mit Nachhaltigkeitsstrategie und informiert
regulatorische Rahmenbedingungen

Abseits des großen Themas des Rohstoffmangels ging es etwa auch um Themen wie der Nachhaltigkeitsstrategie. Anderthalb Tonnen Kunststoffverpackungen könne QUNDIS laut Pressler jedes Jahr einsparen durch Optimierungen der Produktverpackungen. Innerbetriebliche Wege wurden ebenfalls optimiert. Auch die Verwertungsquote liege mit 98 % über der gesetzlichen Vorgabe von 75 %.

Thies Grothe, Head of Public Affairs der noventic Group, ging in seinem anschließenden Vortrag auf den aktuellen Status der EU-Energieeffizienz-Richtlinie (EED) ein. Denn was die rechtlichen Rahmenbedingungen angeht, seien noch einige Änderungen geplant. Die Stoßrichtung sei aber recht deutlich. „Der klare Plan der EU-Kommission lautet, die Digitalisierung voranzubringen. Sie wollen dafür mehr Anreize schaffen“, so Grothe. Der Grundsatz der EU laute aktuell ganz klar: Efficiency first!

Unterjährige Verbrauchsinformationen und BSI-konformes Ablesen

Gerhard Mayer, Christian Wüst, Mirko Helbig und Sascha Gudjan aus dem Vertriebsteam gaben einen umfangreichen Einblick in Updates und Neuigkeiten bei der Messgerätetechnik wie Wasser- und Wärmezähler sowie den Softwarelösungen Q app, Q SMP, Q SAM und Q mobile. Dem Thema unterjährige Verbrauchsinformationen widmeten Sascha Gutjan und Sebastian Kellner ihren Vortrag. Mit Q eco stellt QUNDIS hier die passende Lösung bereit, um die UVI bereits heute umzusetzen.

Einer der Schwerpunkte war in diesem Jahr das Messstellenbetriebsgesetz und die QUNDIS- Lösungen rund um dieses Thema. Steffen Hefter und Ingo Stracke informierten das Publikum unter dem Titel „Jetzt schon an morgen denken. BSI-konformes Submetering“ unter anderem über die rechtlichen Rahmenbedingungen und dien Einfluss auf die Messdienstbranche. In diesem Rahmen wurde auch ein mögliches Kooperationsmodell für Messdienste vorgestellt und diskutiert. Die asko GmbH und das Stadtwerk Erfurt präsentierten in einem Best-Practice ihre Zusammenarbeit.

Fazit:

Nach der Roadshow zogen QUNDIS und die anwesenden Geschäftspartner ein positives Fazit. Björn Pressler, Bereichsleiter Vertrieb D-A-CH: „Nach zwei Jahren mit virtueller Roadshow freuen wir uns, mit Kunden und Partnern aktuelle Themen wieder live diskutieren zu können. Für uns war es ein voller Erfolg. Wir bedanken uns bei unseren Kunden und Partnern, die uns mit ihren Fragen und Anmerkungen gezeigt haben, dass wir die richtigen Themen im Fokus haben und auch sie die aktuellen Entwicklungen in der Branche sehr beschäftigen.“

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