Das Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende (GNDEW) ist in Kraft getreten

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08. Juni 2023

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Mit Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt ist das Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende (GNDEW) am 27. Mai in Kraft getreten. Ziel des GNDEW, als neues Messstellenbetriebsgesetz (MsbG), ist es, den Rollout intelligenter Messsysteme (iMSys) durch verfahrensbedingte Entbürokratisierung zu beschleunigen und Rechtssicherheit zu stärken. Ingo Stracke, Business Development Manager, hat den Gesetzgebungsprozess kontinuierlich verfolgt und in diesem Beitrag die, aus QUNDIS Sicht, wichtigsten Punkte zusammengefasst.

Ein Rückblick: Im Oktober 2022 hatte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck einen Neustart für den Rollout vom Smart Meter Gateway (SMGW) in Aussicht gestellt. Nur wenige Tage später hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) einen ersten Referentenentwurf zum GNDEW vorgelegt. Im April 2023 wurde das GNDEW im Bundestag beschlossen und im weiteren Gesetzgebungsprozess am 12. Mai 2023 abschließend auch vom Bundesrat gebilligt. Mit der Veröffentlichung des GNDEW im Bundesgesetzblatt ist dieses am 27. Mai 2023 endgültig in Kraft getreten.

Smart Meter Gateway bleibt die zentrale Kommunikationsplattform

Mit dem GNDEW wird das Smart Meter Gateway als Kernkomponente bei der Digitalisierung der Energiewende bestätigt. Das SMGW bleibt auch mit dem neuen Gesetz konsistent die sichere Kommunikationsplattform, im Interesse von Datenschutz sowie der Daten- und Cybersicherheit. Der Gesetzgeber stärkt damit die Rechtssicherheit und festigt den zentralen Stellenwert des SMGW als Herzstück bei der Transformation zum intelligenten Stromnetz.

Rollout intelligenter Messsysteme (iMSys) startet sofort – Ausstattungsquote bis zu 95% in 2030

Der formulierte Rollout-Fahrplan mit dem Rollout-Ziel 2030 hat weiterhin Bestand und wird mit Inkrafttreten des Gesetzes zeitnah starten. Die iMSys-Ausstattungspflicht für grundzuständige Messstellenbetreiber (gMSB) erfolgt dabei abgestuft. Für Messstellen an Zählpunkten mit einem Jahresstromverbrauch von durchschnittlich über 6.000kWh (bis einschließlich 10.000kWh) – z.B. der Jahresverbrauch von einem Allgemeinstromzähler in einer Liegenschaft mit Wärmepumpe oder Fahrstuhl – beginnt der iMSys-Rollout spätestens 2025. Bis Ende 2025 sollen zunächst 25% aller auszustattenden Messstellen nach der Verbrauchskategorie zu iMSys ausgestattet werden; schon Ende 2028 sind 50% der betroffenen Messstellen auszustatten. Bis zum 31. Dezember 2030 müssen mindestens 95% aller auszustattenden Messstellen mit dem o.g. Jahresverbrauch ausgestattet werden, so dass von einem großflächigem iMSys-Rollout gesprochen werden kann.

 

Bündelung von Zählpunkten und vereinfachte Prozesse

Mit dem GNDEW wird zukünftig auch ermöglicht, dass mehrere Zählpunkte an ein SMGW angebunden werden – die sogenannte 1:n Fähigkeit. Darüber hinaus kann – unter Einhaltung angrenzender Bestimmungen aus dem GNDEW – diese Bündelung an ein SMGW auch in räumlicher Nähe einer Liegenschaft, z.B. in Netzknoten der Netzbetreiber, realisiert werden.

Eine Vereinfachung der Prozesse sollte es auch rund um die Sichere Lieferkette (SilKe) geben. Bereits in den Entwürfen zum GNDEW wurde unter anderem der Postversand der SMGW als Maßnahme formuliert. So sollte zum Beispiel der Versand der Geräte, statt bisher mit hochsicheren Transportboxen, zukünftig auch per Post oder Paketdienst möglich sein. Mit Inkrafttreten des GNDEW sind nun kurzfristig bis 31. Dezember 2023 massentaugliche Prozesse für Hersteller und Messstellenbetreiber umzusetzen, die konkret auch den Transport per Kurier-, Express- oder Paketversand ermöglichen müssen.

Preisobergrenzen jetzt mit Kostensplitting

Das GNDEW sieht wie in den Entwürfen angekündigt zukünftig ein Kostensplitting der Preisobergrenzen (POG) vor, um den Anschlussnutzer bei den iMSys-Kosten zu entlasten. In der zuvor schon herangezogenen Beispiel-Jahresverbrauchskategorie von 6.000 kWh bis 10.000 kWh, in der der Anschlussnutzer bisher 100 Euro brutto jährlich für ein iMSys zu tragen hatte, sind zukünftig lediglich noch 20 Euro brutto pro Jahr zu entrichten. Die Differenz in Höhe von hier 80 Euro brutto jährlich sind zukünftig vom Anschlussnetzbetreiber zu übernehmen, da dieser durch das iMSys einen wesentlichen Nutzen für das intelligente Netz erhält. Für private Haushalte und Kleingewerbe werden die Kosten für ein iMSys somit deutlich reduziert und gleichzeitig die Akzeptanz erhöht.

SMGW-Anbindung gemäß Heizkostenverordnung zu definierten Konditionen

Eine wichtige Weichenstellung ergibt sich aus dem GNDEW nun auch in Bezug auf die Anbindung von Submetering-Systemen an das SMGW. Konkret wird mit der Beschreibung von zwei, für die Messdienstbranche Transparenz schaffenden Zusatzleistungen, das BSI-konforme Submetering als nachhaltige Zukunftslösung und möglicher Stand der Technik noch wahrscheinlicher.

Diese Zusatzleistungen sind:

„die Übermittlung von abrechnungsrelevanten Messdaten aus dem Submetering- System der Liegenschaft nach der Heizkostenverordnung über das Smart-Meter- Gateway“  1

und

„die Bereitstellung und den technischen Betrieb des Smart-Meter-Gateways, seiner Schnittstellen und Kanäle für Auftragsdienstleistungen des Anschlussnutzers oder des Anschlussnehmers und Mehrwertdienste[…]“  2

Der Gesetzgeber regelt, beziehungsweise ermöglicht mit diesen Zusatzleistungen die Umsetzung energiewirtschaftlicher Anwendungsfälle aus dem Stufenmodell zur Weiterentwicklung der Standards für die Digitalisierung der Energiewende. Diese wurde vom BMWK in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) veröffentlicht.

Für mehr Transparenz bei den Kosten sorgen zudem jährliche Brutto-Höchstbeträge, die ein gMSB für Zusatzleistungen in Rechnung stellen kann. So sind für die zuvor beschriebenen Zusatzleistungen, die im Kontext der SMGW-Anbindung voraussichtlich zu berücksichtigen sein werden, jeweils maximal 10 Euro pro Jahr zu entrichten. Das GNDEW schafft mit den inhaltlich sowie preislich definierten Zusatzleistungen jetzt mehr Klarheit für Messdienstleister, um gemeinsam erfolgreiche Kooperationen mit gMSB eingehen zu können.

Bündelangebot wird teilweise ergänzt um Abrechnungsdienstleistung

Im GNDEW wird eine weitere Neuerung für die Branche umgesetzt – konkret im §6 MsbG, der Paragraf für das sogenannte Bündelangebot oder das Liegenschaftsmodell. Sollte beim Zustandekommen eines wettbewerblichen Bündelangebots i.S.d. §6 (1) MsbG die Heizwärme Teil der Spartenbündelung sein, so ist in Zukunft beim Kostenvergleich auch die Abrechnungsdienstleistung einzubeziehen. Es kommt durch das Gesetz somit zu einer stärkeren bzw. logischen Verknüpfung zwischen der Sparte Heizwärme und der naheliegenden Abrechnungsdienstleistung.

Messdienstleister können Teil der Digitalisierung der Energiewende sein

Das GNDEW zeigt deutlich die zukünftige Entwicklung der Energiebranche auf. Aus der Sicht von QUNDIS kann dies als Chance für die Messdienstbranche gesehen werden. Mit dem SMGW als zentrale Kommunikationsplattform für das Submetering.

Gemeinsam mit unseren Kunden sind wir Teil und wichtige Akteure in diesem Transformationsprozess. Die technische Anbindung der QUNDIS Systemlösungen an das SMGW und der Wissenstransfer über regulatorische Rahmenbedingungen steht aus diesem Grund bereits seit einiger Zeit im Fokus.

Zusammen mit unseren Messdienstleistern realisieren wir bereits Pilotprojekte für das BSI-konforme Submetering. Durch dieses gemeinsame Engagement unterstützen wir den SMGW-Rollout und die Digitalisierung der Energiewende bereits heute maßgeblich.

Nutzen Sie gerne unseren GNDEW-Workshop und lassen Sie uns gemeinsam erarbeiten und analysieren, wie das BSI-konforme Submetering auch in Ihrem Unternehmen erfolgreich umgesetzt werden kann.

 

[1] Bundesrat (2023): Gesetzesbeschluss des Deutschen Bundestages – Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der
Energiewende, Drucksache 161/23, S. 14
[2] Bundesrat (2023): Gesetzesbeschluss des Deutschen Bundestages – Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der
Energiewende, Drucksache 161/23, S. 15

Mit dem Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende (GNDEW) will das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz den Ausbau der intelligenten Messsysteme (iMSys) deutlich beschleunigen. Business Development Manager Ingo Stracke hat den Entwurf, der am 29. November 2022 veröffentlicht wurde, betrachtet. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen die aus QUNDIS Sicht wichtigsten Änderungen und Neuerungen für die Messdienstleisterbranche auf.

Bereits im Oktober 2022 hatte Bundeswirtschaftsminister Habeck einen Neustart für den Rollout vom Smart Meter Gateway (SMGW) in Aussicht gestellt – mit einem umfassenden Maßnahmenpaket, das Hürden beseitigen soll und damit zu Vereinfachungen für die gesamte Energiebranche führt. Entstanden ist ein Referentenentwurf des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) über ein Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende (GNDEW), der am 29. November 2022 veröffentlicht wurde.

Mehr Tempo beim Ausbau von intelligenten Messsystemen 

Direkt zu Beginn wird im Referentenentwurf das primäre Ziel des GNDEW formuliert: Der Rollout intelligenter Messsysteme (iMSys) soll auf die für die Energiewende notwendige Geschwindigkeit beschleunigt werden. Durch eine Entbürokratisierung von Verfahren rund um den Rollout sowie die Stärkung der Rechtssicherheit soll die Digitalisierung der Netze im Kontext der Energiewende forciert werden.

Smart Meter Gateway als sichere Kommunikationsplattform

Das Smart Meter Gateway spielt dem Referentenentwurf nach weiterhin eine wesentliche Rolle. Denn im GNDEW definiert der Gesetzgeber das SMGW jetzt nochmal eindeutig als zentrale Kernkomponente bei der Digitalisierung der Energiewende. Das SMGW wird vom BMWK damit als sichere Kommunikationsplattform im Hinblick auf den Datenschutz sowie der Daten- und Cybersicherheit bestätigt und festigt damit konsistent seinen zentralen Stellenwert als Herzstück bei der Transformation zum intelligenten Netz – der Digitalisierung der Energiewende.

Die Zeichen stehen scheinbar auf einen Full-Rollout in 2030

Mit dem im Entwurf des GNDEW gesetzlich verankerten Rollout-Fahrplan fokussiert das BMWK eindeutig das Rollout-Zieldatum 2030. Zu diesem Zeitpunkt sollen den Plänen des BMWK nach bis zu 95% der auszustattenden Messstellen zu intelligenten Messsystemen umgerüstet werden. Damit kann praktisch von einem nahezu flächendeckenden Rollout gesprochen werden.

Um die Rollout-Beschleunigung zu erhöhen, verfolgt das BMWK mit dem Gesetzentwurf verschiedene Ansätze und nimmt dazu in einigen Teilbereichen des derzeit gültigen Messstellenbetriebsgesetzes (MsbG) aus 2016 Anpassungen vor. Zum einen werden neue Montage-Konzepte ermöglicht. Das Stichwort ist hier die sogenannte 1:n Fähigkeit. Das bedeutet, dass mehrere moderne Messeinrichtungen (mME) an einem SMGW betrieben werden können. Auch eine flexiblere Platzierung der SMGW – z.B. in Netzknoten der Netzbetreiber – soll nach dem GNDEW möglich werden. Zum anderen soll es dem Entwurf nach eine Vereinfachung der Prozesse rund um die Sichere Lieferkette (SilKe) geben. So soll zukünftig auch der Postversand der SMGW möglich sein – also der Versand der Geräte per Post bis hin zum Monteur vor Ort.

Kostensplittung bei der Preisobergrenze

Nicht zuletzt soll auch ein Kostensplitting der Preisobergrenze (POG) für einen schnelleren Ausbau sorgen. Das BMWK entlastet nach dem Entwurf die iMSys-Kosten für den Anschlussnutzer deutlich; gleichzeitig will das BMWK hingegen zukünftig den Anschlussnetzbetreiber angemessen beteiligen. Für private Haushalte und Kleingewerbe sollten sich die Kosten für ein iMSys somit voraussichtlich reduzieren.

Bündelangebote und SMGW-Anbindung nach der Heizkostenverordnung

Für die Messdienstbranche ergeben sich aus dem Entwurf des GNDEW weitere Neuerungen. Durch die formulierte Anpassung im §6 Messtellenbetriebsgesetz (MsbG) kommt es z.B. zu der Klarstellung, dass beim Zustandekommen eines wettbewerblichen Bündelgebots i.S.d. §6 (1) MsbG – bei dem die Heizwärme Teil des Spartenbündelung ist – in Zukunft beim Kostenvergleich nun eindeutig auch die Abrechnungsdienstleistung enthalten sein soll.

Darüber hinaus gibt das GNDEW jetzt auch an einer anderen Stelle eine klare Richtung vor – die Anbindung von Submetering-Systemen an das SMGW. Konkret wird mit der Beschreibung der neuen Zusatzleistung

„…die Übermittlung von abrechnungsrelevanten Messdaten aus dem Submetering-System der Liegenschaft nach der Heizkostenverordnung über das Smart-Meter-Gateway…“

das BSI-konformes Submetering als Zukunftslösung noch wahrscheinlicher.

Denn das BMWK verweist im Referentenentwurf auch auf das mit dem BSI gemeinsam veröffentlichte Stufenmodell und die darin beschriebenen energiewirtschaftlichen Anwendungsfälle. Für mehr Transparenz bei den Kosten für Zusatzleistungen sorgt zudem ein fester Prozentsatz, der an die Preisobergrenze (POG) angelehnt sein soll.

Fazit

QUNDIS versteht sich gemeinsam mit Messdienstleistern als wichtige Akteure der Energiewende und unterstützt daher bereits seit Jahren mit seinem Engagement zum BSI-konformen Submetering den Rollout maßgeblich. Die Anbindung der QUNDIS Systemlösungen an das SMGW steht seit längerem im Fokus und wird im Feld bereits erfolgreich umgesetzt.

Die QUNDIS Systemlösungen sind daher schon heute weitestgehend auf die zukünftigen, gesetzlichen Anforderungen vorbereitet und lassen sich meist schnell in die Prozesse unserer Messdienstleisterkunden implementieren. Das GNDEW kann nach dem derzeitigen Kenntnisstand damit für unsere Kunden als neue Chance gesehen werden – mit dem SMGW als zentrale Kommunikationsplattform für das Submetering.

Nutzen Sie gern unsere Schulungsangebote und steigen Sie auf das BSI-konformes Submetering gemäß der Heizkostenverordnung und dem voraussichtlich neuen GNDEW um.

QUNDIS steht Ihnen als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung.

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KMUs prägen die Branche der Messdienstleister. Sie haben den Vorteil, dass sie meist schlankere Verwaltungsstrukturen haben als große Konzerne. Auf der anderen Seite scheuen sie Investitionen in die Digitalisierung ihrer Prozesse. Denn neue Softwarelösungen oder der Kauf von fernauslesbaren Geräten – etwa für Automated Meter Reading – fordern zunächst Investitionen. Die Effekte werden aber erst mittelfristig sichtbar. Die Folge: Papier ist in fast allen Bereichen das Kommunikationsmittel Nummer Eins. Schließlich kostet ein Karton mit hunderten Blatt Papier nur ein paar Euro und Unternehmen müssen Mitarbeitende nicht extra schulen. Und bei den Messgeräten sind häufig noch Walk-by-Lösungen der Standard anstatt einer komplett digitalen Zählerfernauslesung.

Diese Politik der zurückhaltenden Digitalisierung mindert die Produktivität und lähmt die Prozesse vom Auftragseingang bis zur -abwicklung. Aber bereits heute lässt sich die Produktivität vieler Messdienstleister verdoppeln. Und: Die novellierte EU-Energieeffizienz-Richtlinie (EED) macht die Umstellung auf fernauslesbare Technik in verschiedenen Stufen zur Pflicht. Mirko Helbig, Koordinator Regionalvertrieb D-A-CH bei QUNDIS weiß, wo die aktuell größten Schwachstellen liegen und wie Unternehmen der Branche, ihre Prozesse digitalisieren und wirtschaftlicher gestalten können.

1. Papier lähmt den Prozess der Auftragsabwicklung

In vielen Betrieben im Bereich der Messdienstleistungen sieht der nicht-digitalisierte Prozess der Auftragsabwicklung so aus: Der Kunde ruft an, der Auftrag wird im System erfasst und ausgedruckt. Der Monteur geht in das Büro, nimmt das Blatt Papier aus seinem Postkasten und schreibt vor Ort alles mit Kugelschreiber auf. Das Ganze geht dann oft per Post wieder an den Innendienst, der die Daten vom Papier ins System überträgt. Dass dieser Prozess zu aufwendig und ineffizient ist, sollte schnell klar sein. Dennoch ist es oft gelebte Praxis und Alltag in vielen KMUs der Branche. Dabei könnte es mit moderner Technologie wesentlich einfacher sein.

Dann sähe das Ganze so aus: Der Innendienst legt den Auftrag in einer Verwaltungssoftware wie zum Beispiel der QUNDIS Smart Administration Software (Q SAM) ab. Dank fernauslesbarer Geräte können die Daten monatlich aus dem Büro erfasst werden. So können sich die Monteure auf ihr Kerngeschäft fokussieren: die Installation und Inbetriebnahme von Messgeräten und Auslesetechnik. Solche Aufträge würde die Software automatisiert einem Monteur und einer Tour zuweisen. Dieser hat sein Tablet dabei, das sich alle 15 Minuten aktualisiert. Er muss dazu nicht zur Zentrale fahren und sein Postfach prüfen. Fahrzeiten für die Abholung von Auftragsunterlagen, Postversand und Papierverwaltung entfallen komplett.

2. Datenerfassung auf Papier vermindert die Qualität der Daten

Die manuelle Erfassung der Daten auf Papier verlangsamt nicht nur den Prozess an sich. Es macht den Ablauf auch sehr anfällig für Fehler. Ein durchschnittlicher Monteur hat im Schnitt circa 80 Heizkörper, deren Daten er pro Tag erfasst, auch mal mehr oder weniger. Dabei können natürlich Fehler auftreten. Und sie passieren jeden Tag in Deutschland. Denn zunächst gelangt das Papier in den Innendienst, der die Daten überträgt – wieder eine Fehlerquelle, schließlich ist nicht jede Handschrift klar und sauber und auch beim Übertragen an sich können sich Fehler einschleichen.

Stimmt etwas nicht, wird das aber meist erst dann deutlich, wenn die Richtigkeit von externen Dienstleistern geprüft wird. Und dann beginnt die Fehlersuche. Eine Digitalisierung der Datenerfassung kann die Fehler nicht auf null reduzieren, aber sie kann die Fehlerquellen signifikant minimieren und die Zeit, bis der Fehler erkannt wird, deutlich reduzieren. Von der App würden die Daten direkt in das System gelangen, das bereits erste Fehler erkennen kann.

3. Nicht-fernauslesbare Technik führt zu ungleichmäßiger Auslastung

Durch eine ausgebliebende Digitalisierung bündelt sich bei vielen Messdienstleistern die große Last auf rund fünf Monate im Jahr. Meist fallen die einmal jährlich stattfindenden Zählerstanderfassungen auf den Januar oder Februar. Dann herrscht Hochbetrieb. Bei tausenden Geräten in der Betreuung müssen hier nun die Daten erfasst und übertragen werden, damit die Mieter rechtzeitig ihre Abrechnungen erhalten. Der Stress verstärkt sich, weil zu diesem Zeitpunkt dann erstmals bestehende Gerätemängel festgestellt und behoben werden müssen. Der Druck steigt. Wie angenehm ist da doch das Arbeiten in einem digitalisierten Betrieb: Mit klug eingerichteten Gateways und Geräten, die aus der Ferne ausgelesen werden können, ist es möglich, die Daten monatlich zu erfassen und auszuwerten.

Das heißt: Eine Verbrauchserfassung und -abrechnung ist ganzjährlich möglich. Eventuelle Probleme können also bereits im Mai oder Juni erkannt und behoben werden. Wie gesagt: Eine Digitalisierung kann auch Fehler nicht zu 100 Prozent eliminieren. Aber sie sorgt dafür, dass die Auslastung besser verteilt ist.

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4. Fachkräftemangel & EED erzwingen effizientere Strukturen

Der Fachkräftemangel durchzieht alle Branchen. Auch Messdienstleister sind davon betroffen. Es wird immer schwieriger, das passende Personal für die Aufträge zu finden oder geeignete Nachwuchskräfte aufzubauen und dauerhaft zu binden. Die novellierte EU-Energieeffizienz-Richtlinie (EED) erhöht dazu noch den Handlungsdruck. Unweigerlich erfordert die EED eine Neustrukturierung des Marktes. Mittelständische Messdienstleister werden wegen ihrer direkten Kundennähe wachsen und dabei ihre Konkurrenzfähigkeit gegenüber den Großunternehmen ausbauen müssen. Doch wenn das bisherige Personal in den Ruhestand geht und es kaum Nachfolger gibt, was kann ein Unternehmen tun?

Die Antwort liegt in einer Optimierung und Digitalisierung der bestehenden Prozesse. Die zentrale Frage lautet: Wie schaffe ich es, mein Unternehmen in die Lage zu versetzen, dass es mehr Bestand ohne Mehraufwand betreuen kann? Folgende Beispiele aus der Praxis zeigen, welche enormen Einsparpotenziale durch eine intelligente Digitalisierung entstehen können. Ein von QUNDIS mit Geräten ausgestatteter Messdienstleister ist ein Einzelunternehmen und betreut rund 2.000 Wohnungseinheiten, alle über Gateways verbunden. Kein Gerät muss manuell ausgelesen werden. Ein anderes Unternehmen nutzt keine Zählerfernauslesung, beschäftigt 15 Angestellte und betreut 15.000 Nutzeinheiten, also 1.000 pro Angestellten. Es ist also klar, dass gerade die Unternehmen, die über Fachkräftemangel klagen, ihre Investitionen in neue Softwarelösungen und fernauslesbare Geräte verstärken müssen, um mit weniger Personal mehr Arbeit zu erledigen.

5. Walk-by: ein etablierter Standard mit Nachteilen

Bei den Messdiensten hält sich nach wie vor Walk-by als Standard bei der Ablesung von Verbrauchswerten. Dabei muss der Ablesedienst nicht die Wohnung oder das Büro betreten, sondern empfängt die Daten außerhalb des Gebäudes oder in dem Bereich, der öffentlich zugänglich ist. Möglich ist das, weil ein mobiler Datenempfänger die Verbrauchswerte von den Messgeräten erhalten hat, die dann an ein mobiles Endgerät übertragen werden. Das Verfahren Walk-by hat allerdings seine Nachteile. Dazu gehört unter anderem, dass es nicht die optimale technische Lösung ist, um die gesetzlichen Anforderungen aus der EED umzusetzen. Die Walk-by-Lösung kann zwar EED-konform gestaltet werden, allerdings wären die Aufwände und Kosten dann sehr hoch. Dass eine komplette Umstellung auf eine Fernauslesung zu teuer ist, ist hingegen häufig mehr ein Bauchgefühl als eine Tatsache. Wir bei QUNDIS haben mit zwei Beispielkunden eine Prozessanalyse gemacht. Inklusive Kilometerpauschale, Zeit für Datenaustausch zwischen den Geräten und Lohnkosten (neue Bundesländer). Wir kamen auf 35 Euro bis 55 Euro pro Wohngebäude. Dieser Aufwand lässt sich auf ein absolutes Minimum reduzieren, wenn ein Unternehmen komplett auf Zählerfernauslesung umstellt.

Fazit

Auch wenn die EED zwar ein zügiges Umstellen auf fernauslesbare Technik erfordert, agieren viele KMUs im Bereich der Messdienstleistungen hier noch sehr zögerlich. Zu teuer und komplex erscheint vielen die Aufgabe. Bei genauerer Betrachtung amortisieren sich die Kosten mittelfristig in jedem Fall und führen zu einer starken Produktivitätssteigerung. Unternehmen der Branche müssen handeln, um den Anschluss nicht zu verlieren. Sie müssen die eigenen Schwachstellen kennen und sich diesen bewusst sein – und dann agieren. Wer aus eigenem Antrieb mit der Umstellung der Geräte und Digitalisierung überfordert ist, sollte deshalb auf externe Beratung setzen und gemeinsam die Prozesse analysieren und die Kosten des Umstiegs mit denen des Status Quo gegenrechnen. Unsere Erfahrungen nach vielen Jahren Prozessoptimierungen zeigt: Mehr Digitalisierung und fernauslesbare Geräte lohnen sich mittelfristig immer. Denn sie führen zu einer verbesserten Qualität der Messdienstleistung und einer gleichmäßigeren Verteilung der Unternehmensressourcen auf das gesamte Jahr.

Am 5. November hat der Bundesrat der Novellierung der Heizkostenverordnung (HKVO) zugestimmt, am 24. November erfolgte nun die formale Zustimmung durch die Bundesregierung. Die HKVO setzt die Vorgaben der EU-Energieeffizienz-Richtlinie (EED) in deutsches Recht um. Damit werden die Rahmenbedingungen für mehr Klimaschutz im Gebäudesektor festgelegt.

Bereits für den Oktober 2020 war die Umsetzung der EED in deutsches Recht vorgesehen. Mit einiger Verspätung hatte das Bundeskabinett im August 2021 die Novelle der Heizkostenverordnung beschlossen. Die Zustimmung durch den Bundesrat am 5. November erfolgte unter der Bedingung, diese nach drei Jahren zu evaluieren. Der Schritt war für die Branche wegweisend, denn die EED sieht unter anderem vor, dass bei technischen Neuausstattungen nur noch fernauslesbare Wärmezähler und Heizkostenverteiler in Gebäuden verbaut werden dürfen. Das Kabinett musste der Beschlussfassung dann am 24. November noch formal zustimmen.

Statement von QUNDIS Geschäftsführer Volker Eck

Für QUNDIS, ein führendes Unternehmen im Bereich der Messgeräte und Systemen zur Verbrauchsdatenerfassung, war dieser Schritt längst überfällig und sinnvoll. Volker Eck, Geschäftsführer der QUNDIS GmbH: „Der Klimaschutz gehört zu den wichtigsten Themen unserer Zeit, darum begrüßen wir es außerordentlich, dass die Novellierung nicht nur die wichtige Hürde durch den Bundesrat genommen hat, sondern nun auch das Kabinett final zugestimmt hat. Das ist für die gesamte Branche ein wichtiges Signal und schafft notwendige Klarheiten. Nur mit einer voranschreitenden Digitalisierung und fernauslesbarer Technologie schaffen wir die Voraussetzungen, dass Mieterinnen und Mieter mehr Transparenz über ihre Verbräuche haben und so Heizkosten einsparen können.“

Kritik am Festhalten an walk-by-Lösungen

Deutlich kritischer sieht Geschäftsführer Volker Eck allerdings die Tatsache, dass auch walk-by-Lösungen weiterhin als fernauslesbar gelten, bei denen Messdienste an Liegenschaften vorbeifahren und aus der Umgebung die Verbräuche erfassen. „Technisch ist die monatliche Auslesung mit walk-by möglich, aber der Gesetzgeber sendet hier ein falsches Signal. Da unterjährige und somit monatliche Verbrauchsinformationen mit Vergleichsdaten zur Pflicht werden, müssen Messdienste bei walk-by-Technologien die Liegenschaften monatlich abfahren. Das ist für kleinere Betriebe kaum umsetzbar“, so Volker Eck. „Nur mit AMR-Technologie lassen sich die Anforderungen wirklich kosten- und energieeffizient umsetzen“.

QUNDIS bietet die Technik, um die Vorgaben umzusetzen

Für die Branche der Messdienste bedeutet die Zustimmung durch den Bundesrat und durch das Kabinett also einige Veränderungen. Sie werden fernauslesbare Technik nutzen müssen, um die Vorgaben effektiv und rechtssicher umsetzen zu können. QUNDIS bietet als Marktführer die passenden Lösungen dafür. Dabei stellt die AMR-Funktechnik im Zusammenspiel mit der QUNDIS Smart Metering Plattform eine wichtige Basis dar. Hier werden Ablesedaten automatisch bereitgestellt. Mit der UVI-Lösung Qeco, die ab Januar 2022 verfügbar sein wird, können die Eigentümer und Messdienste ihren Mietern die unterjährige Verbrauchsinformation bereitstellen. Geschäftsführer Volker Eck: „Messdienste, Wohnungsverwaltungen und Baugenossenschaften können schon jetzt die Anforderungen der EED umsetzen. Die technischen Voraussetzungen sind da, können genutzt werden und werden ständig ergänzt und weiterentwickelt. Wir stehen Messdiensten und Verwaltern zur Seite, um die Vorgaben umzusetzen und gleichzeitig bestehende Prozesse zu optimieren“.

Über QUNDIS:

Die QUNDIS GmbH ist Teil der noventic group und zählt in Deutschland zu den führenden Anbietern von Messgeräten und -systemen für die verbrauchsabhängige Erfassung sowie Abrechnung von Wasser und Wärme. Knapp acht Millionen Wohnungen in über 30 Ländern sind bereits mit Messgeräten „Made in Germany“ im Einsatz. QUNDIS-Systeme stehen für Nutzerfreundlichkeit, Qualität sowie technische Kompatibilität. QUNDIS forscht und produziert mit Firmensitz in Erfurt und blickt auf eine 30-jährige Unternehmensgeschichte zurück. www.qundis.de

 

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